Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. So sagen es die Pferdeliebhaber. Heute gibt es unzählig viele Pferderassen und jede hat ihre eigenen Merkmale und Eigenschaften. Dabei unterscheidet man grob nach Kleinpferden und Großpferden. Pferde mit einer Schulterhöhe (Stockmaß) von unter 147,3 Zentimeter sind Kleinpferde, alle anderen darüber Großpferde.

Das Urpferd lebte vor etwa 60 Millionen Jahren. Doch es hatte nur wenig Ähnlichkeit mit unseren heutigen Pferden. So war es beispielsweise nur so groß wie ein Fuchs.

Die ersten Pferde: Wild und ungestüm
Wann genau die Geschichte der Pferde-Zucht begann, ist umstritten. Es liegt aber nahe, dass dies vor ungefähr 5.000 Jahren war. Damals fingen Nomaden (Menschen ohne festen Wohnsitz) erstmals Wildpferde ein, um sie zu zähmen. Dabei stellten sie fest, dass die Pferde sehr unterschiedliche Temperamente hatten. Das ist wahrscheinlich der Zeitpunkt, an dem Menschen anfingen, Pferde zu züchten.

Unter Pferdezucht versteht man die geplante Vermehrung von Pferden nach bestimmten Gesichtspunkten. Je nach Ziel sollen Merkmale wie Aussehen oder Leistungsfähigkeit verbessert werden. Deswegen müssen die Zuchttiere alle guten Eigenschaften besitzen und vor allem gesund sein. Früher gab es zahlreiche staatliche Gestüte, auf denen Pferde gezüchtet wurden. Heute übernehmen das in der Mehrzahl Privatleute.

Man unterscheidet bei Pferden zwischen vier Typen:  Ponys, Kaltblüter,  Warmblüter,  Vollblüter.

Die Bezeichnung Kalt-, Warm- und Vollblüter hat übrigens nichts mit der Temperatur des Blutes zu tun. Es ist ein Fachausdruck für das Temperament der Tiere. Kaltblüter haben sozusagen die Ruhe weg. Sie sind bedächtig sowohl in ihren Bewegungen als auch vom Gemüt her. Vollblüter hingegen wirken immer ein bisschen nervös.

Ponys haben eine Schulterhöhe bis etwa 130 Zentimeter. Sie sind sehr genügsam und robust. Heute werden sie zum Beispiel für Kutschfahrten eingesetzt und überall dort, wo Kinder und Jugendliche das Reiten lernen wollen.


Kaltblüter sind schwere Pferde. Sie gelten als besonders ruhig und kräftig. Deswegen wurden sie früher oft in der Landwirtschaft, im Bergbau oder für die Waldarbeit als Arbeitstiere eingesetzt.

Warmblüter sind leichter und beweglicher als Kaltblüter. Sie eignen sich sehr gut als Freizeit-, Spring- und Dressurpferd.

Vollblüter sind etwas größer und vor allem schlanker und feingliedriger als Kalt- und Warmblüter. Sie können sehr schnell laufen, sind aber empfindlicher als die anderen Typen.

Zu den ältesten Rassen der Welt gehören die Araber. Sie sind sehr wertvoll. Erste Bilder dieser edlen Rasse wurden bereits 2.500 Jahre vor Christus angefertigt. Araber gehören zu den schönsten aller Pferderassen. Sie sind äußerst temperamentvoll und trotzdem sanft. Man erkennt sie an ihrem kleinen Kopf und an dem Buckel zwischen den Augen. Diesen Buckel, genannt Jibbah, gibt es bei keinem anderen Pferd.

Zu den besonders edlen Pferden gehören auch die Lipizzaner. Die werden heute in Slowenien gezüchtet. Fast alle Lipizzaner sind Schimmel. Die meisten von ihnen haben einen reinrassigen Stammbaum, der über 300 Jahre zurück reicht. Weltweit gibt es nur etwa 4.000 dieser Pferde.

Die älteste deutsche noch heute existierende Pferderasse sind die Senner. Sie stammen aus dem Teutoburger Wald. Als sie im Jahr 1160 das erste Mal erwähnt wurden, waren es wahrscheinlich noch Wildpferde. Spätestens im Mittelalter hatte man den Wert dieser Tiere erkannt und begann mit der Zucht. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Senner mit verschiedenen Vollblütern gekreuzt.

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