Pferde sind faszinierende Tiere. Doch verglichen mit anderen Haustieren sind Pferde recht stille Zeitgenossen. Denn Pferde verständigen sich untereinander meistens durch die Körpersprache. Eher selten benutzen sie ihre Stimme um miteinander zu kommunizieren. Mit Lautäußerungen vermitteln sie dann eher ihre allgemeine Verfassung als bestimmte feste Bedeutungen.

Lautäußerungen - Wenn Pferde zum Beispiel wiehern, ist das eine Art „Suchruf“. Es hilft den einzelnen Herdenmitgliedern über größere Entfernungen in Kontakt zu bleiben: „Hallo, hier bin ich!“

Eine andere Lautäußerung ist lautes Schnauben. Damit warnt ein Pferd seine Artgenossen vor einer vermeintlichen Gefahr und bereitet sich durch das tiefe Einatmen beim Schnauben gleichzeitig auf die anstrengende Flucht vor. Dabei ist auch die Körperhaltung recht angespannt. Ein kräftiges Ausschnauben bei sonst entspannter Körperhaltung kann jedoch auch ein Zeichen von Zufriedenheit sein.

Die Körpersprache - Recht konkret werden Pferde mit ihrer Körpersprache. Gespitzte Ohren und freundlicher Pferdeblick bedeuten ein aufmerksames und gut gelauntes Pferd. Vielleicht hat es gerade seinen geliebten Besitzer oder irgendeinen tollen Leckerbissen erspäht. Nach vorne gerichtete Ohren, weit aufgerissene Augen und Nüstern sowie eine gleichzeitig angespannte Körperhaltung zeigen, dass das Pferd fluchtbereit ist. Schlägt das Pferd heftig mit dem Schweif, drückt es deutlich seinen Unwillen gegenüber irgendetwas aus. Im Sommer aber bedeutet dies oft: weg, ihr lästigen Fliegen!

Vorsichtig sollte man auf jeden Fall sein, wenn ein Pferd die Ohren flach angelegt hat. Das bedeutet nichts Gutes. Das Tier ist dann nervös oder sogar aggressiv. Dazu kommen Schweifschlagen und nickende Kopfbewegungen. Scharrt es außerdem noch mit einem Vorderhuf, nimmt den Kopf tief herunter und zeigt dabei die Zähne, ist es bereit zum Angriff.
Ein Feind naht - Ein etwa 500 Kilogramm schweres Pferd könnte einen Menschen problemlos töten. Unter Umständen kann ein Pferd in der Wildnis auch einem Raubtier gefährlich werden, wenn das Raubtier großes Pech hat. Doch in freier Wildbahn ergreifen Pferde eher die Flucht, als dass sie sich auf einen wahrscheinlich aussichtslosen Kampf einlassen. Denn Hufe und Pferdezähne imponieren einem echten Raubtier in der Regel nur wenig. Auch Reitpferde greifen normalerweise nur an, wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen und keinen anderen Ausweg mehr sehen. Einem gereizten und ängstlichen Tier mit angelegten Ohren sollte sich deshalb nur ein sehr erfahrener Reiter nähern.